Cartoneros

cartoneros_1020922w2Die Cartoneros von Buenos Aires

Cartoneros

Buenos Aires, 30.9.2016. – Wenn am Abend die Geschäfte zumachen, kommen sie in die Stadt: die Cartoneros von Buenos Aires. Ganze Familien durchwühlen die Müllberge und Container vor den Läden und Häusern, packen die Kartons und anderen verwertbaren Müll zusammen, laden ihn auf Karren und transportieren alles zu Sammelstellen. Harte körperliche Arbeit, viele Stunden Plackerei – und das für wenige Pesos.

Der Name “cartonero” stammt vom spanischen Wort für Karton und bezeichnet die Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit dem Sortieren von Müll verdienen. Sie sind eigenständig, manche von ihnen in Kollektiven organisiert, und gehören zu den Armen der Bevölkerung.

Mehr als 30 Prozent der argentinischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Davon ist auch der Großraum Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern betroffen. Die glänzende Fassade der Stadtmitte lenkt von den Problemen der “villas miserias”, der Elendsviertel am Stadtrand ab. Bei diesen “Elendsstädten” (so die wörtliche Übersetzung) handelt es sich um informelle Siedlungen mit großen sozialen Problemen, ähnlich wie die brasilianischen Favelas.

Hier leben auch die Cartoneros, die – anders als die meisten Einwohner der “villas” – zumindest eine Arbeit haben, auch wenn diese kaum zum Leben reicht. Man schätzt, dass es rund 35.000 Cartoneros in Buenos Aires gibt. Das Foto zeigt Cartoneros bei der Arbeit im Geschäftsviertel Once.