Leo Trotzkis Hühnerställe – Leon Trotsky’s Henhouses

By micky

Leo Trotzkis Hühnerställe  (English text s. below).

Mexico-Stadt. – Das hätte man nicht von Leo Trotzki erwartet: Seine Leidenschaft war nicht nur die Revolution, sondern auch die Hühnerhaltung.

Als wir Trotzkis Haus und Garten in Mexiko-Stadt betreten, bin ich wirklich gerührt. Der Gründer der Roten Armee, auch im fernen Exil von Stalins Agenten verfolgt und mit dem Tode bedroht, hielt hier Hühner und Kaninchen. Er fütterte sie jeden Morgen und mistete auch persönlich ihre Ställe aus. Das macht den gefürchteten Revolutionär sehr menschlich!

Leo Trotzki (1879- 1940) hatte 1936 auf Betreiben von Diego Rivera und Frida Kahlo Exil in Mexiko erhalten. Das Haus im Stadtteil Coyoacán war ihm von der Malerin überlassen worden – mit der er übrigens zwischendurch ein Verhältnis hatte.

Trotzki lebte hier mit seiner Frau Natalja Sedowa, seinem Enkelsohn, zwei Sekretärinnen und einem freiwilligen Wachpersonal von bis zu 20 Leuten. Ständig in der Angst, dass Stalins Häscher ihn ermorden würden. Daher hatte er das Grundstück zu einer wahren Festung ausgebaut.

Trotzdem ereilte ihn das Schicksal. Der Sowjetagent Ramón Mercader hatte sich unter falschem Namen mit Trotzkis Sekretärin verlobt und so Zugang zum Haus erhalten. Im August 1940 besuchte er Trotzki in seinem Arbeitszimmer. Während Trotzki sich nach vorne beugte, um ein Dokument zu suchen, schlug der Mörder mit einem Eispickel zu. Trotzki starb einen Tag später an seinen Verletzungen.

Seine Leiche wurde eingeäschert und in seinem Garten beigesetzt, ebenso 22 Jahre später die Asche seiner Frau, die in Paris gestorben war. Aus dem Haus wurde das Museum “Museo Casa de León Trotski”.

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Ablenkung im Exil: Leo Trotzki hielt auf seinem Grundstück
in Mexiko-Stadt Hühner und Kaninchen

Diversion in exile: Leon Trotzky kept chicken and rabbits
in his garden in Mexico City

Leon Trotsky’s Henhouses.

Mexico City. – You wouldn’t have expected it from Leon Trotsky: His passion wasn’t only revolution but also poultry keeping.

Entering Trotsky’s house and garden in Mexico City I’m really moved. The founder of the Red Army, who was pursued by Stalin’s agents and threatened with death even in this far-away exile, used to keep chicken and rabbits here. He personally fed them very morning and mucked out their stables. This makes the feared revolutionary very human indeed!

Leon Trotsky (1879-1940) had received exile in Mexico in 1946, at Diego Rivera and Frida Kahlo’s instigation. The house in the Coyoacán neighbourhood was made over to him by Kahlo, who, by the way, had an affair with him in-between.

Trotsky lived here with his wife Natalia Sedova, his grandson, two secretaries und a security staff of up to 20 voluntary guards. He was constantly in fear of Stalin’s bloodhounds murdering him. Therefore he had converted the property into a fortress.

Nevertheless, fate caught up with him. The Soviet agent Ramón Mercader got engaged with Trotsky’s secretary under a false name and gained access to his house. He visited Trotsky in his study in August 1940. When Trotsky bent over looking for a document, the murderer knocked him down with an ice-axe. Trotsky died from his injuries one day later.

His body was cremated and buried in his garden. His wife’s ashes, who much later on died in Paris, was also buried here 22 years later. The house was converted into the museum “Museo Casa de León Trotski”.

More photos:

Leo Trotzkis Haus im Exil: Hier wurden er und seine Frau Natalja Sedowa begraben
Leon Trotsky’s house in exile: He and his wife Natalya Sedowa were buried here

Leo Trotzkis Schreibtisch, an dem er ermordet wurde
Leon Trotsky’s desk where he was murdered

Ein Foto in Trotzis Haus zeigt den russischen Revolutionär (rechts) mit seinen Freunden Diego Rivera und Frida Kahlo (links)
A photo in Trotsky’s house shows the Russian revolutionary (right) with his friends Diego Rivera and Frida Kahlo (left)